Kraut des Monats - Löwenzahn

Mittwoch 20. April 2016 Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke


Löwenzahn ist ein Multitalent in Küche und Hausapotheke

Löwenzahn - Taraxacum

Der wohl bekannteste Vertreter aus der Familie der Korbblüter gilt für viele als Unkraut, obwohl er nicht nur essbar ist, sondern auch noch erstaunliche Heilkräfte besitzt, die bereits im Altertum bekannt waren. Heute möchte ich Ihnen einen Überblick zu den besonderen Eigenschaften dieser nicht nur bei uns weit verbreiteten Pflanze geben und Ihnen zeigen, wie sich sich ihre Kräfte ganz leicht zu Nutze machen können.

Der Löwenzahn, auch als Puste- oder Kuhblume bekannt, verdankt seinen Namen den tief gezähnten Blättern und wächst fast überall auf der Erde. Aus Schriften arabischer Ärzte aus dem 11. Jahrhundert weiss man, dass Löwenzahn bereits zu damiliger Zeit zur Behandlung von Lebererkrankungen empfohlen wurde. Bei uns, wo seine Blätter meist im Salat gegessen werden, ist der Löwenzahn besonders für seine harntreibende Wirkung bekannt, obwohl er noch viele weitere Vorzüge besitzt.

Neben seinen positiven Auswirkungen auf die Leber stärkt Löwenzahn auch die Nieren, die Galle, den Magen und den Darm. Löwenzahn wirkt entgiftend und kann zudem bei Diabetes, Gallensteinen und Blähungen angewendet werden. Gleichzeitig ist Löwenzahn eine echte Vitaminbombe, denn er enthält die Vitamine A, B, C und D. Die Wurzeln und Blätter enthalten außerdem verschiedene Mineralstoffe wie vor allem Kalzium. Die im Löwenzahn enthaltenen, seltenen Bitterstoffe regen die Produktion von Speichel und Magensäure an. Gleichzeitig fördern sie die Freisetzung von Verdauungshormonen und bringen so die Verdauung auf Trab. Ein echtes Multitlent also, dem wir ruhig mehr Aufmersamkeit und Wertschätzung entgegen bringen dürfen.

Tipps zur Verarbeitung von Löwenzahn:

Löwenzahntee
Löwenzahntee eigente sich optimal zur Entschlackung und Entgiftung des Körpers. Pro Tasse genügt ein großes Löwenzahnblatt oder ein Teelöffel getrocknete Pflanzenteile. Einfach mit kochendem Wasser aufgießen und fertig.

Kärntner Röhrlsalat
Bei diesem Rezept für einen verdauungsfördernden Kartoffelsalat mit Löwenzahn werden die Löwenzahstengel verwendet und wie Schnittlauch eingesetzt. Hierzu bereiten Sie einfach einen klassischen Kartoffelsalat zu und machen ihn mit Essig und Öl an. Waschen Sie nun die Löwenzahnstengel und legen Sie sie in warmes Wasser, um die Bitterstoffe zu mildern. Nach einigen Minuten nehmen sie die Stengel aus dem Wasser und schneiden sie in etwa 1cm breite Stücke, die Sie anschließend über den Kartoffelsalat geben.

Löwenzahngelee
Die gesundheitsfördernde Wirkung von Löwenzahn lässt sich auch in Form eines schmackhaften Löwenzahngelees - beispielsweise als Broaufstrich - nutzen. 

Zutaten:

  • 1 l Wasser
  • Löwenzahn-Blüten
  • 800 Gramm Zucker
  • 60 Gramm Gelierhilfe
  • Saft von 1 ½ Zitronen

Zubereitung:

Geben Sie zwei Handvoll Löwenzahn-Blüten in einen Topf und übergießen Sie sie mit kochendem Wasser. Lassen sie das Gemisch zugedeckt über Nacht stehen und passieren Sie den Sud am nächsten Tag durch ein Sieb. Kochen Sie die Flüssigkeit unter ständigem Rühren auf und geben Sie währenddessen den Zucker, die Gelierhilfe und den Zitronensaft hinzu. Lassen Sie alles drei Minuten kochen und füllen Sie den Gelee anschließend heiß in Gläser ab.

Löwenzahnkaffee
Früher sowie in Kriegszeiten war die Löwenzahnwurzel ein begehrter Kafee-Ersatz, der nicht nur schmeckt, sondern auch die Verdauung anregt und das Herz stärkt. Die Bitter- und Gerbstoffe des Löwenzahns regen unseren Stoffwechsel an und das Inulin der Wurzel wirkt positiv auf unseren Kohlenhydrat-Haushalt. Schneiden Sie die Wurzeln in kleine Stückchen und legen Sie sie zum Trocknen aus. Nach der Trocknung könne die Wurzelstückchen in einer Pfanne oder auf dem Backblech geröstet werden, bis sie anregend duften und eine gleichmäßige Bräune erreicht haben. Nun mahlen Sie sie in einer Kaffeemühle und brühen daraus einen Kaffee, indem Sie einen Teelöffel Pulver mit einer Tasse Wasser aufgießen und sofort absieben. Wenn Sie den Kaffee zu lange ziehen lassen, wird er zu bitter.

Löwenzahnwein als Apéritif
Die verdauungsfördernde Wirkung des Löwenzahns entfaltet sich auch in Form eines Löwenzahnweines sehr gut. Etwa eine halbe Stunde vor dem Essen eingenommen, sorgt dieser Apéritif dafür, dass das Essen besser verdaut wird und sich kein Völlegefühl einstellt. Und so einfach geht’s: Legen Sie 30 Gramm Löwenzahnblüten in einen halben Liter trockenen Weißwein ein und lassen sie das Gemisch etwa eine Stunde lang ziehen. Vor dem Einschenken nicht vergessen, die Blätter mit einem Sieb abzuseihen.

Bitte beachten Sie: Sollten Sie Probleme mit den Gallenwegen oder den Nieren haben, sollten Sie Zubereitungen aus Löwenzahn nicht oder nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen. Sofern Sie auf Korbblütler allergisch reagieren, sollten ebenfalls auf Löwenzahn verzichten.

Diese Tipps sind freilich nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten, wie Sie Löwenzahn zu leckeren und zugleich gesunden Lebensmitteln verarbeiten können. So lässt sich Löwenzahn beispielsweise auch zu Saft, Öl, Suppe oder auch zu Bier verarbeiten. Gerne gebe ich Ihnen auf Anfrage noch viele weitere Tipps rund um den Löwenzahn. 

Herzliche Grüße aus dem Hörnlepass 

Ihre Christine Keck

Die Verwendung von Heilkräutern ersetzt Ihnen nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes.

Ich weise an dieser Stelle darauf hin, dass der Alpengasthof Hörnlepass nicht für eventuelle gesundheitliche Schäden haftet, die im Rahmen einer Anwendung von Kräutern auftreten können.

Bild: © Glibber23/creativecommons.org

Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke

Servus! In diesem Bereich möchte ich mein Wissen rund um Bergkräuter und Heilpflanzen mit Ihnen teilen. Zudem finden Sie hier hilfreiche Tipps zur Entspannung - für den Urlaub und für den Alltag. Ich freue mich auf spannende Diskussionen. 


Ihre Christine Keck