WANDERTIPP: ENTDECKEN SIE DAS EINZIGARTIGE ROHRMOOS

Montag 8. August 2016 Rüdiger’s Talgeschichten


Wandertipp für eine Tour vom Hörnlepass Kleinwalsertal ins Rohrmoostal

Vom Alpengasthof Hörnlepass aus bietet sich mit dem idyllischen Rohrmoostal ein ganz besonderes Wanderziel an. Das abgelegene Tal auf der Rückseite der Gottesackerwände ist ein echter Geheimtipp für Wanderer, die nicht nur Natur pur, sondern auch absolute Ruhe suchen. Heute möchte Ihnen eine Rundtour mit Start und Ziel am Hörnlepass zeigen, die unglaublich schöne Eindrücke bietet.

Talschaften wie das Rohrmoos - auch als Starzlachtal bekannt - gibt es heute wohl nur noch selten. Die Siedlung im Tal der Starzlach, einem Zufluss der Breitach, besteht nur aus wenigen Häusern, einer malerisch schönen Kapelle und einem Gasthaus und ist ca. seit dem Jahr 1500 Eigentum des Fürsten Waldburg-Wolfegg. Sie umfasst etwa 16.000 Tagwerk (1 Tagwerk = 3407,27 m²) Wald- und Alpenfläche, die von einer Handvoll Alpen bewirtschaftet werden. 

Hier gibt es so gut wie nichts. Und doch so viel, dass man von den Sinneseindrücken und den intensiven Naturerlebnissen nahezu überwältigt wird. Und genau das macht den besonderen Reiz dieses kleinen einsamen Ortes aus. Das Tal, das mit dem Auto nur über eine mautpflichtige Privatstraße von Tiefenbach aus erreichbar ist, präsentiert sich heute noch genauso wie vor mehr als hundert Jahren.

Das Rohrmoostal auf etwa 1.070 Meter Meereshöhe ist ein wahres Eldorado für Wanderer und Radfahrer im Sommer und Langläufer im Winter. Während das Tal im Sommer mit seiner vielfältigen Blumenpracht und stemberaubenden Ausblicken verzaubert, gelten die Loipen im „Schneeloch Rohrmoos“ in den Wintermonaten aufgrund der enormen Niederschläge und der Lage des Tales als absolut schneesicher.

Tief im Rohrmoos liegt ganz unscheinbar eine geographische Besonderheit: Die Europäische Wasserscheide. Hier trennen sich die Zuflüsse zu Rhein und Donau. Westwärts fließt das Wasser über den Bodensee und den Rhein in die Nordsee. Über den östlichen Abfluss des Rohrmoostales geht es über die Breitach und Iller bis in die Donau und von hier weiter bis ins Schwarze Meer.

Und noch eine Besonderheit hat das Rohrmoos zu bieten: Hier steht die älteste Holzkapelle Süddeutschlands aus dem 16. Jahrhundert. Erbaut wurde die Kapelle St. Anna aus der Spätrenaissance mit volkstümlichen Fresken und einem Flügelaltar von Truchsess Jakob von Waldburg-Wolfegg im Jahre 1586. Mit ihrer vollständig erhaltenen Bemalung ist die Kapelle einzigartig in Bayern.

Und nun zur Tour: 

Vom Alpengasthof aus geht es über die Hörnle-Kapelle entlang des Hörnlesbach in deutsches Hohheitsgebiet. In diesem Bereich ist der Weg nicht ausgebaut und ein wenig Trittsicherheit erforderlich. Bereits nach einem kurzen Aufstieg geht es auch schon wieder bergab ins Rohrmoostal. Ab hier ist der Weg dann befestigt und einfach zu gehen. Nach etwa einer halben Stunde erreichen Sie die Talsohle und befinden sich nun auf der einzigen aspahltierten Fahrstraße des Tals, auf der jedoch nur die wenigen Anwohner der hinteren Alpen verkehren. 

Hier laufen Sie nach rechts und folgen der Straße für etwa 800 Meter. Sie erreichen nun die kleine Ortschaft Rohrmoos, wo sich eine zünftige Einkehr im Berggasthof Rohrmoos und die Besichtigung der Kapelle St. Anna anbietet. Kurz vor der Ortschaft kommen Sie an einer Abzweigung vorbei, von der aus ein Wanderweg wieder hinauf in Richtung Osterberg führt. Dies ist der Weg, den Sie auf dem Rückweg nehmen müssen, um wieder zum Hörnlepass zu gelangen. Der gut gehbare Weg bietet tolle Ausblicke und führt an dieversen kleinen Alpen vorbei.

Die ganze Tour dauert in etwa 2,5 Stunden und ist auch für weniger sportliche Wanderer geeignet.

Ich wünsche viel Spaß bei dieser Tour zu einem der verschlafensten, aber schönsten Fleckchen der Region. 

Ihr Rüdiger Keck