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Herbstzeit ist Brennzeit - Dieses Jahr: Apfelbrand

Donnerstag 13. Oktober 2016 Rüdiger’s Talgeschichten


Der Hausschnaps wird im Alpengasthof Hörnlepass jedes Jahr frisch gebrannt

Die Berggipfel sind bereits in ein weißes Kleid gehüllt und so langsam steigt im gesamten Tal die Vorfreude auf den Winter. Dieser dauert bei uns um einiges länger als im Flachland. Gut, wenn man für besonders kalte Tage etwas Hochprozentiges im Haus hat. Am Hörnlepass brennen wir jedes Jahr im Herbst unseren eigenen Hausbrand. Dieses Mal werden wir einen bekömmlichen Apfelbrand herstellen. 

Unsere Stammgäste kennen und lieben ihn bereits  Unseren Hausbrand. Jedes Jahr verarbeiten wir Obst  entweder selbst gerntet oder aus der Region zugekauft  neben Marmeladen und Gelees auch zu schmackhaften Obstbränden. Viele unserer Gäste sind bereits im Vorfeld ihres Aufenthalts gespannt auf die neuen Kreationen. Dieses Jahr wird es ein Apfelbrand werden. 

Da nicht jeder einfach seinen eigenen Schnaps brennen darf, benötigt man eine Brennlizenz, bevor es losgehen kann. Diese müssen wir jedes Jahr aufs Neue beantragen. Nachdem wir die aktuelle Lizenz nun vorliegen haben, werden wir am 18. Oktober mit dem Brennen beginnen. Bis zum 22. Oktober muss der Brennvorgang laut der Lizenz abgeschlossen sein.

Ich brenne nun bereits seit etwa zehn Jahren. Eine lange Zeit, in der ich  nicht zuletzt auch durch einige Rückschläge  viel über das Brennen lernte. Die meisten Leute brennen heutzutage mit Gasbrennern. Ich bevorzuge jedoch die traditionelle Methode mit Holz. Das benötigt zwar mehr Fingerspitzengefühl und Erfahrung, um die Temperatur konstant zu halten, macht aber auch mehr Spaß.

Der Brennvorgang gliedert sich in drei Phasen: Die Maische, den Erstbrand und den Feinbrand. Genau genommen ist die Maische die Vorstufe des eigentlichen Brennens, denn hierbei wird das Obst von Druckstellen und Stielen befreit, zerkleinert und in einem Fass mit kochendem Wasser abgebrüht. Nun muss die Maische mehrmals umgerührt und anschließend der Gärung ausgesetzt werden.

Nachdem die Maische gegärt hat  bei uns sind es dieses Mal insgesamt etwa 400 Liter  ist sie bereit für den Erstbrand. Da das Destillat nach dem Erstbrand noch nicht völlig rein ist, folgt ein zweiter Brennvorgang, bei dem das Destillat erneut gebrannt wird.

Das, was nach dem zweiten Brennvorgang in den Auffangbehälter fließt, ist edler Apfelschnaps mit einem feinen und zugleich kräftigen Frucht-Aroma.

Der Hausbrand schenken wir ausschließlich bei uns im Restaurant als besonderes Schmankerl nach dem Essen aus. Ein Verkauf findet nicht statt. 

Ich freue mich schon auf unser neues Feuerwasser und darauf, mit Ihnen im Hörnlepass anzustoßen.

Ihr Rüdiger Keck