Kraut des Monats – Bärlauch

Dienstag 28. März 2017 Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke


Tipps zum Sammeln und Rezepte zur Anwendung von Bärlauch aus dem Alpengasthof Hörnlepass im Kleinwalsertal

Bärlauch – Allium ursinum

Nachdem der Frühling im Kleinwalsertal nun endgültig Einzug hält, dürfen wir uns wieder an den Schätzen der Natur erfreuen. Einer der ersten Frühlingsboten und dazu ein echtes Allzweckkraut ist der Bärlauch. Was der Bärlauch alles kann und wie Sie ihn zu einem schmackhaften Öl oder Salz verarbeiten können, möchte ich Ihnen heute zeigen.

Kaum ist der Schnee geschmolzen, beginnt der Bärlauch an schattigen, feuchten und humusreichen Plätzen mit Laubwaldboden verbreitet zu sprießen. In Tallage, wo der Schnee bereits seit ein paar Wochen den Pflanzen Platz macht, kann Bärlauch bereits gesammelt und verarbeitet werden. In höheren Lagen wird es noch ein wenig dauern. Bärlauch kann bis in Höhenlagen von 1.500 Metern gedeihen und ist in fast ganz Europa zuhause. In den Allgäuer Alpen wächst er bis in Höhenlagen von ca. 1.400 Meter.

Da man Bärlauch vor dem Beginn der Blütezeit erntet und verarbeitet, ist jetzt die richtige Zeit, das auch als Hexenzwiebel oder Zigeunerlauch bezeichnete Kraut zu sammeln. Dabei sollte man jedoch gut aufpassen, denn Bärlauch kann leicht mit dem sehr giftigen Maiglöckchen oder der ebenfalls sehr giftigen Herbstzeitlose verwechselt werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich wirklich um Bärlauch handelt, rate ich dringend von Ernte und Verwendung ab. Die Blätter des Bärlauch sind zwischen 20 und 25 cm lang und haben jeweils einen kantigen Stengel. Die Blattoberseite glänzt und ist etwas dunkler als die matte Unterseite. Ich empfehle bei Bärlauch grundsätzlich die Geruchsprobe, denn der typische Bärlauch-Geruch ist einzigartig. 

Ein kleiner Tipp: Bei uns in den Bergen wächst neben dem Bärlauch auch der Allemannsharnisch. Er gilt als die Schwester des Bärlauch, schmeckt sogar noch intensiver als Bruder Bärlauch und wächst in Höhen zwischen 1.000 und 2.600 Metern. Die Wurzel des Allermannsharnisch ist mit einem Netz überzogen und man hat die getrocknete Wurzel mit Netz in früheren Zeiten als Glücksbringer, zum Schutz vor negativen Ereignissen und im Krieg vor Verletzungen um den Hals getragen.

Nun aber wieder zurück zum Bärlauch. Bärlauch enthält Vitamin C, Eisen, ätherisches Öl, Allicin, Glycoside und Fructosane und wirkt blutdrucksenkend, harntreibend, antiseptisch und reinigend.

In der Küche kann Bärlauch von März bis Mai sehr vielfältig eingesetzt werden. Beliebt ist er beispielsweise zu Suppen, Salaten oder als Bärlauchbutter. Besonders flexibel verwendbar ist der Bärlauch in der Küche als Bärlauchöl und Bärlauchsalz. Mit den folgenden zwei Rezepten stellen Sie diese beiden Helferlein ganz einfach selbst her.

Bärlauchöl

Geben Sie etwa drei Hand voll fein geschnittener Bärlauchblätter in ein weithalsiges Glas und füllen mit ca. 1 Liter Sonnenblumen-, Oliven- oder Distelöl auf. Wichtig ist dabei, dass alle Blätter komplett mit Öl bedeckt sind, um Schimmelbildung zu vermeiden. Stellen Sie das Glas in einen angenehm temperierten, dunklen Raum und lassen es ca. 3 Wochen stehen. Ich empfehle Ihnen, täglich nachzuschauen und das Glas täglich ein Mal zu schütteln. Das sorgt für eine noch bessere Schimmel-Prävention. Nach ca. drei Wochen können Sie das Öl abseihen. Fertig! Nun haben Sie ein wunderbar aromatisches Bärlauchöl, das sich über Monate hält. 

Bärlauchsalz

Stellen Sie Salz und geschnittene Bärlauchblätter zu gleichen Teilen bereit. Verreiben Sie das Salz nun in einem Mörser mit den Blättern, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Die Salz-Bärlauchmasse streichen Sie nun auf ein Blech und lassen sie in einem Trocknungsgerät oder in der Nähe von einem Heizkörper behutsam austrocknen. Nach der Trocknung schaben Sie das Salz vom Blech und zerkleinern es nochmals im Mörser. Füllen Sie das Salz anschließend in dunkle Gläser. Fertig! Nun haben Sie ein grünes, wohlschmeckendes Bärlauchsalz, welches sich hervorragend zum Würzen verschiedenster Gerichte eignet.

Für Rückfragen zum Bärlauch oder anderen Kräutern stehe ich Ihnen immer gerne zur Verfügung.

Ihre Christine Keck

Die Anwendung von Heilkräutern ersetzt nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung bei Erkrankungen auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die beschriebenen Anwendungen und Informationen entstehen können. Anwendungen erfolgen ausdrücklich auf eigene Gefahr und Verantwortung. Für die Richtigkeit oder Vollständigkeit können wir keine Gewähr übernehmen.

Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke

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Ihre Christine Keck