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Kraut des Monats – Duftveilchen

Freitag 28. April 2017 Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke


Infos und Rezepte zur Anwendung des Duftveilchens aus dem Alpengasthof Hörnlepass im Kleinwalsertal

Das Duftveilchen - Viola odorata
 
Das Veilchen ist eine Pflanze, die ich sehr gerne habe. Denn sie riecht nicht nur gut, sondern schaut auch toll aus. Aber das Beste am Veilchen sind seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten für Küche und Hausapotheke. Heute möchte ich Ihnen einen kleinen Überblick zum Veilchen vermitteln und Ihnen zeigen, wie einfach Sie ein Veilchensalz, Veilchenzucker, Veilchenessig und ein Veilchen-Massageöl herstellen können.
 
Duftveilchen sind Frostkeimer. Die Samen benötigen Temperaturen um die 5 °C, um zu keimen. Die Blütezeit der kleinen Alleskönner dauert von März bis April. Wenn das ansonsten eher unauffällige Duftveilchen blüht und seinen wohlriechenden Duft verströmt, ist es alles andere als unauffällig, denn es betört Augen und Nase zugleich. Die Blüten sind die Teile der Pflanze, die ich jetzt aktuell sammle und zu verschiedneen Produkten für Küche und Hausapotheke verarbeite.
 
Nach der Blütezeit bildet das Veilchen aus der Blüte eine Samenkapsel, die es der Pflanze ermöglicht, sich selbst auszusäen. Die Samen aus der reifen Kapsel werden regelrecht „weggeschossen“, weshalb Veilchen sich als Selbstsaussäer über weite Teile verbreiten können. Zudem unterstützen verschiedene Insektenarten die Verbreitung der Duftveilchen-Samen.
 
Duftveilchen sind bereits seit Jahrhunderten nicht nur wegen ihres ansprechenden Aussehens beliebt, sondern auch und vor allem wegen ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften. Bereits im Mittelalter wurde die Pflanze zur Behandlung von Kopfschmerzen, Entzündungen, Atemwegsleiden, (Keuch)Husten, rheumatischen Beschwerden und als harntreibende Pflanze angewendet. Als Umschlag eignet sich das Veilchen auch zur äußeren Behandlung von Geschwüren, Schwellungen, Ausschläge und eitrigen Wunden. Auch ein wirksamer Hustensirup für Kinder lässt sich aus den Blüten herstellen.
 
Im Folgenden zeige ich Ihnen, wie Sie ein wohltuendes Veilchen-Massageöl sowie ein wohlschmeckendes Veilchensalz, einen Veilchenzucker und einen Veilchenessig für besondere Akzente in der Küche herstellen können.
 
Rezept für ein Veilchensalz
 
Für die Herstellung des Veilchensalzes verwende ich ein Kilogramm Ursalz und 200 Gramm Veilchenblüten. Das entspricht in etwa fünf Handvoll. Die Vielchenblüten sowie einen Teil des Ursalzes zerkleinere ich nun in einem Standmixer. Alternativ können sie auch einen Mörser verwenden, ob wohl es damit wesentlich länger dauert. 
 
Anschließend gebe ich alles in ein großes Glas, mische es gut durch und lasse die Mischung für etwa fünf Tage im Kühlschrank ziehen. Während der Ziehzeit schüttele ich das Glas täglich ein Mal gut durch. 
 
Nach der Ziehzeit muss das Salz noch getrocknet werden, wozu ich das Salz in dünnen Schichten auf Backpapier gebe und es dann bei etwa 40 °C und angelehnter Tür (damit die Feuchtigkeit entweichen kann) in den Backofen gebe. Man kann natürlich auch ein Dörrgerät verwenden. Die Trocknungszeit beträgt etwa zwölf Stunden.
 
Das nun lila gefärbte Salz zerkleinere ich nun erneut im Mixer, bis die gewünschte Körnigkeit erreicht ist. Fertig ist ein wohlschmeckendes und dekoratives Veilchensalz!
 
Rezept für einen Veilchenzucker
 
Für den Veilchenzucker verwende ich ein Kilogramm Kristall- oder Birkenzucker und 400 Gramm Veilchenblüten (etwa 10 Handvoll).
 
Die Zubereitung erfolgt genau wie beim Veilchensalz.
 
Rezept für einen Veilchenessig
 
Zur Herstellung des leckeren und dazu noch gesunden Veilchenessigs gebe ich zwei Handvoll Veilchenblüten in ein weithalsiges Glas und fülle es mit einem Liter 5-prozentigem Weinessig auf. Wenn Sie statt Weinessig Apfelessig verwenden, erhält der Essig nicht die schöne lila Farbe.
 
Das Glas stelle ich nun für etwa zwei Tage in die Sonne und stelle es anschließend für etwa zwei Wochen an einer dunklen Stelle auf, damit der Inhalt ziehen kann. Das Glas schüttele ich täglich, um Schimmelbildung zu vermeiden. 
 
Nach der Ziehzeit kann der Essig abgeseiht und in Flaschen gefüllt werden. Fertig! Der Essig hält sich in den Flaschen für etwa drei Monate. Danach sollte er nicht mehr verwendet werden.
 
Veilchen-Massageöl
 
Für das Massageöl pflücke ich die Veilchenblüten bei trockener QWitterung und in der Zeit zwischen 11:00 und 16:00 Uhr. Achten Sie darauf, Plätze auszuwählen, an denen die Umweltbelastung so gering wie möglich ist, denn die Blüten sollten sauber sein. 
 
Nehmen Sie nun ein weithalsiges (Marmeladen-)Glas und kochen Sie es mitsamt dem Deckel kurz aus, damit es auch wirklich sauber ist. Nun füllen Sie das Glas zu etwa einem Drittel mit den Veilchenblüten und anschließend mit gutem Olivenöl auf. Achten Sie darauf, das Glas nicht randvoll zu machen, denn nach dem Verschließen sollte das Öl etwa zwei bis drei Stunden in die Sonne gestellt werden, wobei es sich ausdehnt. Das Glas sollte jeden Tag gedreht und kurz durchgeschüttelt werden, damit sich kein Schimmel bilden kann.
 
Nach zwei bis drei Wochen seihen Sie das Veilchenöl durch ein Leinentuch ab und füllen es in dunkle Flaschen. Fertig ist das selbstgemachte  Veilchenöl für die äußere Anwendung. 
 
Für Rückfragen zum Veilchen oder anderen Kräutern und Heilpflanzen stehe ich Ihnen immer gerne zur Verfügung.
 
Ihre Christine Keck
 
Die Anwendung von Heilkräutern ersetzt nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung bei Erkrankungen auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die beschriebenen Anwendungen und Informationen entstehen können. Anwendungen erfolgen ausdrücklich auf eigene Gefahr und Verantwortung. Für die Richtigkeit oder Vollständigkeit können wir keine Gewähr übernehmen.

Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke

Servus! In diesem Bereich möchte ich mein Wissen rund um Bergkräuter und Heilpflanzen mit Ihnen teilen. Zudem finden Sie hier hilfreiche Tipps zur Entspannung - für den Urlaub und für den Alltag. Ich freue mich auf spannende Diskussionen. 


Ihre Christine Keck