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Vom Klettersteig bis zur Alpenüberquerung – Bergabenteuer für Fortgeschrittene

Donnerstag 22. Juni 2017 Rüdiger’s Talgeschichten


Tipps für Mehrtagestouren, Klettersteige, Hüttentouren und die Alpenüberquerung über den E5

Der Sommer ist da und der Berg ruft. Höchste Zeit, seinem Ruf zu folgen. Neben unzähligen Wanderwegen in verschiedenen Höhenlagen für den durchschnittlich sportlichen Aktivurlauber hält die Ferienregion Kleinwalsertal-Oberstdorf auch eine ganze Reihe Herausforderungen für ausdauernde Wanderer und Bergsteiger bereit. Im heutigen Beitrag möchte ich Ihnen zeigen, was Sie als Bergsteiger oder ambitionierter Wanderer in der Region erwartet.

Für sportliche Bergfreunde ist das Kleinwalsertal mit dem benachbarten Oberstdorf ein wahres Abenteuerland. Verschiedene Klettersteige, Mehrtagestouren mit Hütteneinkehr oder die Alpenüberquerung über den E5 nach Meran lassen Bergsteiger-Herzen höher schlagen.

Eines vorweg: Die in diesem Beitrag beschriebenen Angebote richten sich ausdrücklich an Menschen mit Bergerfahrung und einer gewissen sportlichen Grundverfassung. Die Begehung eines Klettersteigs mit teilweise exponierten Passagen oder Gratwanderungen sind nichts für schwache Nerven und erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Bitte prüfen Sie zu Ihrer eignen Sicherheit im Vorfeld ganz genau, ob Sie den Anforderung derartiger Touren gewachsen sind.

Klettersteige

Tipps für Mehrtagestouren, Klettersteige, Hüttentouren und die Alpenüberquerung über den E5

Allein im Kleinwalsertal warten vier Klettersteige darauf, von Ihnen bezwungen zu werden. Für Einsteiger empfiehlt sich der befestigte Walsersteig an der Kanzelwand mit dem Schwierigkeitsgrad B. Dieser Steig eignet sich auch für Familien mit Kindern ab Jahren, die ihre ersten Kletter-Versuche machen möchten. Wie bei jedem Klettersteig ist jedoch auch hier eine Klettersteigausrüstung sowie Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Ein besonderes Highlight dieses Steigs ist die 26 Meter lange Burmabridge, einer aus Seilen gefertigten Hängebrücke. Die Tour dauert etwa 1,5 Stunden.

Ebenfalls an der Kanzelwand befindet sich der im Jahr 2007 erschlossene, sportlich anspruchsvolle 2-Länder-Klettersteig, der nur von erfahrenen Bergsteigern oder mit einem Bergführer begangen werden sollte. Dieser Steig mit dem Schwierigkeitsgrad C - D ist ideal für Kletterer und Bergsteiger, die eine echte Herausforderung suchen. Bei einer Länge von 500 Metern in der senkrechten Wand sind sowohl Kondition als auch die richtige Technik gefragt, um die steilen Aufschwünge, Quergänge mit atemberaubenden Blicken in die Tiefe, eine Seilbrücke und anspruchsvolle Kletterpassagen zu meistern. Für diesen Steig sollten dreieinhalb Stunden eingeplant werden.

Ein echter Klassiker und einer der interessantesten Gratwanderungen der Alpen ist der Mindelheimer Klettersteig. Der Weg führt durch den zerklüfteten Hauptdolomit und beeindruckt mit sehr abwechslungsreichen Felsformationen. Der Steig überquert vier Gipfel – die drei Schafalpköpfe sowie das Kemptner Köpfle – und sollte nur von erfahrenen, trittsicheren und schwindelfreien Bergsteigern begangen werden. Die Tour mit dem Schwierigkeitsgrad B - C dauert etwa acht bis zehn Stunden. 

Der Hindelanger Klettersteig startet am Nebelhorngipfel und führt über einen schmalen und recht zerklüfteten, ca. 5 km langen Felsgrat bis zum Großen Daumen. Etwa 100 Meter Leitern und viele hundert Meter Drahtseil helfen bei der Überwindung des Felsgrats. Nach etwa dem ersten Drittel des Hindelanger Klettersteiges kann eine Abkürzung gewählt werden. Der Klettersteig hat einen Schwierigkeitsgrad von  B - C und die Begehung dauert in etwa fünf bis sechs Stunden. Von Oberstdorf aus erreicht man den Steig mit der Nebelhornbahn, die auch für den Rücktransport nach Oberstdorf genutzt werden kann.

Nähere Infos zu den Klettersteigen finden Sie hier.

Mehrtagestouren mit Hütteneinkehr

Der Heilbronner Weg am zentralen Allgäuer Hauptkamm, ist zweifellos einer der schönsten und beliebtesten Höhenwege in den Alpen! Schroff, ausgesetzt und an vielen Stellen einem Klettersteig ähnlich, führt dieser Höhenweg zunächst eingebettet im Fels, später zumeist direkt auf dem Grat des zentralen Allgäuer Hauptkammes über einige der höchsten Berge der Allgäuer Alpen. Bei guten Sichtverhältnissen dürfen Sie sich auf traumhafte und für den einen oder anderen sicherlich auch demütig stimmende Ausblicke auf hunderte Gipfel der Alpen freuen! Der hochalpinste Höhenweg Deutschlands verläuft größtenteils oberhalb von 2.400 Metern und bietet daher eine außergewöhnliche Flora und Fauna. Verschiedene Routen-Optionen lassen Spielraum für individuelle Varianten. Die beste Zeit für eine Begehung des Heilbronner Höhenweges ist Anfang Juli bis Ende September, denn dann ist der Weg meist gänzlich schneefrei. Mein Tipp: Für die Besteigung des Heilbronner Höhenweges eignen sich Werktage am besten, denn dann ist auf den Hütten und auf dem Weg weniger Betrieb als an den Wochenenden. 

Mehr Infos zum Heilbronner Höhenweg und zu den Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie hier.

Die Grenzgang Tour ist eine empfehlenswerte Alternative für Familien und weniger Geübte. Die abwechslungsreiche 3- bis 4-Tagestour von Vorarlberg über Tirol nach Bayern bietet traumhafte Ausblicke auf den Allgäuer Hauptkamm und eine beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt. Unterwegs im Bereich der Schafalpen und in den südöstlichen Kleinwalsertaler Bergen bieten sich Familien und Ungeübten kurze Tagesetappen sowie einfache Hüttenanstiege. Trittsichere und schwindelfreie Wanderer, die im Verlauf der Tour etwas mehr Herausforderung möchten, können die Tour von der Mindelheimer Hütte über den Schrofenpass und das Mutzentobel zur Rappenseehütte oder Enzianhütte verlängern.

Mehr Infos zur Grenzgang Tour und zu den Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie hier. 

Die Alpenüberquerung auf dem Fernwanderweg E 5 von Oberstdorf nach Meran ist ein unvergesslich intensives Erlebnis und ein absolutes Highlight. Lieblich, imposant, märchenhaft und manchmal auch Respekt einflößend – so lässt sich die Gebirgslandschaft auf dieser sechstägigen Tour wohl am besten beschreiben. Die für die Allgäuer Alpen typischen Blumenwiesen und steilen Grasberge, beeindruckende Ausblicke auf markante Felsformationen in den Lechtaler Alpen, die Gletscher und gewaltigen Bergriesen in den Zentralalpen und das bereits mediterrane Klima in Meran machen diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die beste Zeit für diese Tour ist der Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte September und auch in diesem Fall lohnt es sich, an einem Dienstag oder Mittwoch zu starten, um Hochbetrieb auf Hütten und Wegen zu vermeiden.

Alle Infos zur Alpenüberquerung finden Sie hier.

Die Bergschule Kleinwalsertal bietet für alle hier vorgestellten Angebote geführte Touren sowie teilweise auch Vorbereitungskurse an. Sollten Sie sich nicht ganz sicher sein, ob eine Tour für Sie geeignet ist, empfehle ich, einfach mal bei der Bergschule nachzufragen und gegebenenfalls eine geführte Tour zu buchen.

Ihr Rüdiger Keck

Fotos: Kleinwalsertal Tourismus eGen I www.kleinwalsertal.com I Rolf Schuster (Steinböcke)

Rüdiger's Talgeschichten

Grüaß aib! Das Kleinwalsertal hat viel zu bieten und eine lange, bewegte Geschichte. Als Ur-Walser werde ich Ihnen hier immer wieder saisonale Geheimtipps für Aktivitäten und Sehenswertes an die Hand geben. Auch über die Walser Geschichte und Traditionen werden Sie hier allerhand erfahren.


Ihr Rüdiger Keck