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Christine’s Kraut des Monats / September: Scharfgarbe

Donnerstag 28. September 2017 Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke


Wissenswertes aus dem Alpengasthof Hörnlepass im Kleinwalsertal zu den Heilkräften und Anwendungsmöglichkeiten der Scharfgarbe

Scharfgarbe – Achillea 

Die Scharfgarbe ist eine europäische Heilpflanze mit einer jahrhundertelangen Tradition als Wunderpflanze. Gerade jetzt im Herbst, wenn Erkältungen und Grippeviren an jeder Ecke lauern, kann die Scharfgarbe ihre Heilkräfte ausspielen. Heute möchte ich Ihnen zeigen, was diese einzigartige Planze alles kann.

Die Scharfgarbe ist ursprünglich in Europa und Westasien heimisch. Heute findet man die aromatisch duftende, bis zu 80 cm hohe Pflanze jedoch fast überall in den gemäßigten Breiten auf Wiesen und an Wegrändern. 

Der Name “Scharfgarbe“ leitet sich vom althochdeutschen Begriff “garwe“ ab, was soviel bedeutet wie “Gesundheit“. Damit wird dieses Kraut auch bereits perfekt charakterisiert, denn die Scharfgarbe hat kann für uns Menschen viel Gutes bewirken.

Schon Achilles, von dem die Schargarbe ihren Gattungsnamen hat, nutzte die Pflanze der Überlieferung nach zur Wundheilung. Forschungen belegen, dass die Pflanze über viele Jahrhunderte in Form einer „Wundersalbe“ zur Behandlung offener Wunden eingesetzt wurde. Nicht zuletzt ihre Wundheilungskräfte machten die Scharfgarbe auch als „Soldatenkraut“ (herba militaris) bekannt, denn sie wurde in vielen Kriegen zur Behandlung von blutenden Kampfverletzungen verwendet.

Doch es geht auch weniger martialisch: Die Scharfgarbe – reich an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen wie z. B. Ätherische Öle und Gerbstoffe – findet seit vielen Jahrhunderten auch bei Erkältungen, Grippe, Heuschnupfen, Menstruationsbeschwerden und Kreislaufstörungen erfolgreich Anwendung. 

Folgende Heilkräfte werden der Scharfgarbe im Wesentlichen zugeschrieben:

  • krampflösend
  • adstringierend (blutstillend, entzündungshemmend)
  • bittertonisch (appetit- und verdauungsanregend)
  • schweißtreibend
  • blutdrucksenkend
  • fiebersenkend
  • erleichtert die Menstruation

Therapeutische Eigenschaften:

Das in den ätherischen Ölen der Pflanze enthaltene Chamazula hat eine beruhigende und anti-allergene Wirkung, das in der Pflanze gebundene Achillein hemmt innere und äußere Blutungen und die Flavinoide sind wahrscheinlich für die krampflösende Wirkung verantwortlich. Leider gibt es jedoch kaum wissenschaftlich fundierte Untersuchungen, die die Wirksamkeit zweifelsfrei belegen.

Gynakologische Eigenschaften:

Die Scharfgarbe unterstützt den Menstruationszyklus, lindert in dem Zusammenhang auftretende Schmerzen und mäßigt starke Blutungen. 

Weitere Anwendungsgebiete: 

Besonders häufig findet die Schafgarbe in Form einer Abkochung oder eines Tees innerlich im Zusammenhang mit Darmkrankheiten Anwendung. Auch bei Erkältungen und Grippe hilft das Kraut – als Tinktur mehrmals täglich eingenommen – zuverlässig und schonend, wenn man das ätherische Öl auf die Brust des Betroffnen aufträgt. Als Bittertonikum oder in Form eines Sitzbades kann sie bei Verdauungsbeschwerden und Koliken eingesetzt werden. In Form von Schafgarbenumschlägen und Schafgarbenkompressen, die in heißen Tee getränkt werden, hilft das Kraut dabei, den Blutdruck zu senken, die Blutzirkulation zu verbessern und Krampfaderbeschwerden zu behandeln. 

Für Rückfragen zur Scharfgarbe oder anderen Kräutern und Heilpflanzen stehe ich Ihnen immer gerne zur Verfügung. 

Ihre Christine Keck

Die Anwendung von Heilkräutern ersetzt nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung bei Erkrankungen auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die beschriebenen Anwendungen und Informationen entstehen können. Anwendungen erfolgen ausdrücklich auf eigene Gefahr und Verantwortung. Für die Richtigkeit oder Vollständigkeit können wir keine Gewähr übernehmen.

Bild: © creative commons, André Karwath