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CHRISTINE’S KRAUT DES MONATS / OKTOBER: HAGEBUTTEN

Montag 22. Oktober 2018 Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke


Kräutertipps aus dem Alpengasthof Hörnlepass im Kleinwalsertal rund um Hagebutten

Nachdem ich bereits im September eine Pflanze präsentiert habe, die unser Immunsystem wirkungsvoll unterstützen kann, möchte ich auch im Oktober „Hilfe zur Selbsthilfe“ bieten. Die vitaminreichen Hagebutten sind wahre Vitamin C Bomben und damit ideal zur Stärkung unseres Immunsystems geeignet. Doch Hagebutten können noch viel mehr…

Zuerst einmal muss gesagt werden, dass Hagebutte keine Pflanzengattung, sondern ein universeller Begriff für die Sammelnussfrüchte verschiedener Rosenarten ist. Die Früchte sind im Spätherbst erntereif und damit genau zu der Zeit, in der ihre Heilkraft angesichts verbreiteter Erkältungswellen besonders gefragt ist. 

Was viele ebenfalls nicht wissen: Nach dem Entfernen der Nüsschen kann man die Hagebutten in rohem Zustand essen. Dabei gilt: Je später man sie pflückt, desto süßer sind sie. Werden sie nicht geerntet, verbleiben die Früchte oft den ganzen Winter am Strauch und sind in den meisten Fällen auch noch im Frühling problemlos genießbar.

Verwendung in der Küche

Die Früchte können zu Mus oder Konfitüre verarbeitet werden. In Franken werden damit traditionell die Krapfen gefüllt und in Schweden ist eine süß schmeckende Hagebuttensuppe sehr beliebt. Aber auch zum Würzen von Wildgerichten eignen sich Hagebutten.  

Wie viele Beeren lassen sich auch Hagebutten zu Fruchtwein, Likör und Aufgussgetränken verarbeiten. So bestehen etwa die meisten der im Handel erhältlichen Früchtetee-Mischungen zu einem Großteil aus Hagebutten. Aufgrund der Tatsache, dass reiner Hagebuttentee nahezu farblos ist, wird Hagebutten-Teemischungen meist Malve oder Hibiskus als stark rotfärbende Komponente beigegeben.

Anwendung als Heilpflanze

Um sich die Heilkräfte der Hagebutten zunutze zu machen, kommen die im Ganzen getrockneten, roten Sammelfrüchte (als Hagebuttensamen) sowie getrocknete, entkernte Hagebutten (als Hagebuttenschalen) zum Einsatz.

Aus getrockneten Hagebuttenschalen lässt sich ein vitaminreicher Aufguss herstellen, der wegen seines hohen Pflanzensäuren- und Pektiden-Gehalts leicht harntreibend und abführend wirkt. Aufgrund dieser Wirkung eignet sich der Aufguss gut für die unterstützende Therapie bei Blasen- und Nierenleiden sowie bei Erkältungskrankheiten.

In Form des Aufgusses, aber auch als Mus werden Hagebutten aufgrund der austreibenden Wirkung gerne gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. 

Hagebutten-Marmelade ist reich an Vitamin C und Lycopin und wirkt appetitanregend. 

In Schweden und Dänemark sind Hagebutten als Mittel gegen Gelenkbeschwerden durch Abnutzung bereits untersucht worden. Obwohl Abnutzung (Arthrose) hinter den eigentlichen Beschwerden steckt, ist der Auslöser der Schmerzen die nachfolgende Entzündung. Klinische Studien kommen bei Arthrose zu einem positiven Ergebnis der Anwendung von Hagebutten. Bei mehr als zwei Drittel der Patienten zeigte sich in Knie und Hüfte eine Besserung in den Bereichen Verbesserung der Beweglichkeit, Linderung des Schmerzes und Verbesserungen bei den Alltagsfunktionen. 

Hagebutten-Pulver enthält das fettlösliche Galaktolipid, welches die weißen Blutzellen zu besänftigen vermag. In einigen Studien fiel etwa der Entzündungswert im Blut (CRP) und bestimmte Entzündungszellen wurden weniger stark von entzündlichen Signalstoffen angezogen oder angeregt, so dass die Entzündung im Gelenk weniger stark verlief.

Bemerkenswert ist auch, dass Hagebuttenextrakt Knorpelzellen schützt. Mit Hagebuttenextrakt behandelte Knorpelzellen weisen eine höhere Vitalität sowie eine geringere Sterberate auf. Auch die zelleigene Produktion von Knorpelbestandteilen konnte durch die Gabe von Hagebuttenextrakt gesteigert und zugleich die Abbauaktivität der Knorpelzellen vermindert werden.

Als nebenwirkungsfreies Lebensmittel können Hagebutten oft auch begleitend zu anderen Medikamenten genommen werden. In einigen Studien war es sogar möglich, besonders belastende schulmedizinische Medikamente und Schmerzmittel (Paracetamol) niedriger zu dosieren.

Auch beeindruckt die Frucht durch ihr antioxidatives Potential. Damit lassen sich schädliche oxidative Stoffwechselprodukte noch bevor sie Schaden anrichten können abfangen. So werden auch die Lipide der Zellmembran sowie die DNA geschützt. Antioxidative Inhaltsstoffe schützen auch vor durch Entzündungen, Sauerstoffmangel und viele Gifte ausgelöste Gewebeschäden. Dieser Effekt wurde jedoch nicht in allen durchgeführten Studien bestätigt. Der Gehalt der Antioxidantien schwankt sehr stark und hängt von der Reife der Früchte ab.

Doch auch die Kerne lassen sich nutzen. Durch Auspressen kann aus Ihnen ein Hagebuttenöl gewonnen werden, welches als wirkungsvolles Mittel zur Hautpflege eingesetzt werden kann. 

Für Fragen zu Hagebutten oder anderen Gewächsen und Heilpflanzen stehe ich Ihnen immer gerne zur Verfügung.

Ihre Christine Keck

Die Anwendung von Heilkräutern ersetzt nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung bei Erkrankungen auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die beschriebenen Anwendungen und Informationen entstehen können. Anwendungen erfolgen ausdrücklich auf eigene Gefahr und Verantwortung. Für die Richtigkeit oder Vollständigkeit können wir keine Gewähr übernehmen.


Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke

Servus! In diesem Bereich möchte ich mein Wissen rund um Bergkräuter und Heilpflanzen mit Ihnen teilen. Zudem finden Sie hier hilfreiche Tipps zur Entspannung - für den Urlaub und für den Alltag. Ich freue mich auf spannende Diskussionen. 


Ihre Christine Keck